Große Straße: Ein Beispiel

In Anlehnung an den Kommentar von Manuel, den er zur Spielidee verfasst hat, möchte ich nun zum besseren Verständnis des von mir geplanten Würfelspiels den Ablauf einer Runde bis zum Ende des Spiels beschreiben.

Zu beginn legen wir fest, dass es zwei Spieler gibt. Spieler A ist am Zug, es ist die erste Runde des Spiels.
A würfelt mit allen 6 Würfeln. Er würfelt folgende Zahlen: „1, 5, 3, 6, 2, 2“ Anhand der Punktetabelle kann man nun ablesen, dass Spieler A momentan 150 Punkte hat. (100 Punkte für die 1 und 50 Punkte für die 5) Zur Erinnerung: Damit er sich Punkte gutschreiben kann, muss er mindestens 300 Punkte haben. Die anderen 4 Würfel sind ohne Wertigkeit.
Da Spieler A noch keine 300 Punkte hat, wird er noch einmal würfeln. Jetzt muss er allerdings mindestens einen Würfel auf dem Tisch liegen lassen, der Punkte bringt.
Er hat jetzt also die Möglichkeit, die 1 auf dem Tisch zu lassen und die restlichen 5 Würfel zu würfeln. Die Zweite Möglichkeit ist, die 1 und die 5 auf dem Tisch zu lassen und nur 4 Würfel zu würfeln.
Spieler A wird sich entscheiden, nur die 1 auf dem Tisch zu lassen und 5 Würfel zu Würfeln, da er dabei eine höhere Wahrscheinlichkeit auf neue Punkte hat.

Beim nächsten Wurf wirft er folgende Zahlen: „2, 2, 3, 6, 2“ Einzeln betrachtet, ergeben die geworfenen Würfel keine Punkte, aber, da Spieler A einen Dreierpasch aus 2en geworfen hat, der 200 Punkte bringt, hat er nun insgesamt 300 Punkte. Seine Möglichkeiten bestehen jetzt darin, die 3 und die 6 zu würfeln oder aufzuhören und die 300 Punkte gutgeschrieben zu bekommen. Die drei Zweichen dürfen nicht wieder geworfen werden, da sie nur in der Gesamtheit Punkte bringen.
Da die Wahrscheinlichkeit, mit 2 Würfeln Punkte zu erzielen recht gering ist, entscheidet sich Spieler A dafür seine Punkte zu behalten und schreibt sich die 300 Punkte auf.

Spielblock1

Jetzt ist Spieler B an der Reihe. Auch er wirft alle 6 Würfel und hat folgende Kombination: „4, 2, 1, 6, 3, 4“ Laut der Punktetabelle hat er 100 Punkte sicher, die er auch aus dem Spiel nehmen muss. Er würfelt wieder mit den verbleibenden 5 Würfeln und hat: „2, 2, 6, 4, 3“ geworfen. Da keiner der Würfel einzeln oder in Kombination Punkte ergibt, ist die Runde beendet und die bisher erspielten 100 Punkte werden gestrichen und Spieler A ist wieder dran. Auf dem Spielblock bekommt er jetzt einen Strich.

Spielblock2

Spieler A würfelt wieder. Er hat Glück gehabt und eine große Straße geworfen: „1, 2, 3, 4, 5, 6“ Bisher hat er 5000 Punkte auf dem aktuellen Punktestand. Da alle Würfel Punkte ergeben, kann er nochmal mit allen Würfeln würfeln, um noch mehr Punkte zu erspielen. Bei seinem 2. Wurf hat er folgende Kombination gewürfelt: „1, 1, 1, 1, 6, 3“ Die von ihm gewürfelten 4 Einsen, ergeben einen Viererpasch, der mit 2000 Punkten honoriert wird. Die Punktzahl entsteht durch die Verdopplung des Wertes vom Dreierpasch mit Einsen, welcher 1000 Punkte ist. Da er nun nur noch die 6 und die 3 zum Würfeln hat, beendet er seinen Zug und kann den schon vorhandenen 300 Punkten nun noch 7000 hinzufügen und er hat jetzt 7300 Punkte. Ihm fehlen also nur noch 2700 Punkte, bis er gewonnen hat.

Spielblock3

Spieler B ist am Zug. Nun scheint es bei ihm auch zu klappen. Er würfelt folgende Zahlen: „1, 1, 2, 5, 3, 2“ Damit hat er schon 250 Punkte zusammen. Er behält sich die beiden Einsen und würfelt mit den anderen vier Würfeln weiter: „1, 5, 5, 3“ Dieser Wurf ist 200 Punkte wert und mit den beiden Einsen, die er bei seinem ersten Zug geworfen hat, liegt er nun bei 400 Punkten.
Man könnte jetzt meinen „Aber er hat doch drei Einsen! Ist das nicht ein Dreierpasch?“ – Das stimmt nicht ganz. Denn ein Pasch wird immer nur dann gewertet, wenn man in auf ein Mal geworfen hat. Man kann sich den Pasch also nicht wie zum Beispiel bei „Kniffel“ über mehrere Runden erwürfeln. Daher gibt es in diesem Fall hier nur die 400 Punkte. Und da die Chance mit einem einzigen Würfel Punkte zu erzielen zu gering ist, darf Spieler A wieder spielen. Auf seinem Spielblock stehen jetzt 400 Punkte.

Spielblock4

A würfelt und seine Glückssträhne hält weiter an: „5,5,5,2,2,2“. Ein Dreierpasch aus 5en und einer aus 2en. Macht insgesamt 500 + 200 Punkte und damit 700. Da alle seiner Würfel Punkte ergeben, kann er alle Würfel nochmals würfeln. Er wirft: „3, 4, 2, 1, 5, 3“ und hat damit nochmal 150 Punkte zu den schon vorhandenen 700 aus der aktuellen Runde erspielten Punkten dazubekommen. Behält er sich die Punkte, so steht er bei 8150 Punkten, aber da er noch 4 Würfel vor sich hat, will er weiterspielen und wirft mit seiner Glückssträhne diese Zahlen: „5, 5, 5, 5“ Was nach der Punktetabelle 1000 Punkte ergibt. Insgesamt steht er jetzt bei 9150 Punkten und hat wieder alle Würfel zur Verfügung. Da er eine Glückssträhne hat, würfelt er weiter und wirft nun: „1, 5, 3, 1, 3, 2“ Noch einmal 250 Punkte dazu. Das bedeutet für die aktuelle Runde, dass er 2100 Punkte allein in dieser Runde erzielt hat, wodurch er auf eine Gesamtpunktzahl von 9400 Punkten kommt. Er beendet seine Runde und Spieler B ist am Zug.

Spielblock5

Doch bei B sieht es nicht so gut aus: „2, 2, 3, 6, 4, 2“ Keine der Zahlen ergibt Punkte für Spieler B, wodurch die Runde beendet wird und Spieler A nun die Chance hat, sofort zu gewinnen.

Spielblock6

Spieler A würfelt und hat auch das Glück genügend Punkte, sogar mehr als genug zu erspielen. Er wirft: „1, 1, 1, 2, 5, 4“ Mit diesem Wurf bekommt er 1050 Punkte. Er ist damit bei Gesamt 10450 Punkten und hat das Spiel damit gewonnen. Es ist also nicht zwingend notwendig, dass Spieler A genau 10000 Punkte erreicht, sondern es Reicht wenn er genau oder mehr als 10000 Punkte erspielt.

Spielblock7

Damit ist das Spiel vorbei und Spieler A geht als Sieger aus dem Spiel.

Ich denke, dass diese Beispiel-Runde zum allgemeinen Verständnis beigetragen haben sollte. Fragen und Anmerkungen nehme ich gern in den Kommentaren an und versuche sie bestmöglich zu beantworten.

Marlene Knoche Verfasst von:

Informatikerin mit Hang zur Kunst. - Theaterbegeistert, mag Katzen und Kaffee.

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