Gedichte 9. Görlitzer Poetry Slam

Der Poetry Slam ist vorbei und es ist damit auch Zeit, die Gedichte, die ich vorgetragen habe, vorzustellen!


An dich

Mal wieder ist es schon halb zwei
ich war bei dir und fühl‘ mich frei.
Die Zeit mit dir ging rasend schnell
vorbei und draußen wird’s bald hell
wie zu dem einen schönen Tag
als der Schlafsand längst im Auge lag
und wir noch immer vertieft ins Reden,
ich frag: „Was könnt‘ es Schön’res geben,
als wenn du wieder bei mir bist?“
Wie schnell man da die Zeit vergisst.
Selbst in der Nacht, in einen Traum gehüllt,
wird mein Geist von dir erfüllt
und sehe dich lebensecht vor mir,
freu‘ mich, denn ich träum‘ von dir.
Dann wache ich auf, strahlend vor Glück,
Ich möchte in den Traum zurück.
Doch weiß ich, dass ich dich wieder sehe,
wenn ich einfach nur zur Tür raus gehe.
Das Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht
seh‘ dich und weiß, jetzt träume ich nicht.


Die Reise vom Kastenbrot

Ein Kastenbrot ganz knusprig braun
lag frisch gebacken da.
Wollt von der Welt sich viel anschau’n,
weil’s reiselustig war.

So hatte es die Chance ergriff en
und ließ sich sogleich verkaufen
Der Kunde hat’s sofort begri ffen
und das Brot brauchte nicht laufen.

Gespannt auf’s erste Reiseziel
schaute das Brot zur Tüte raus
zu sehen gab’s unglaublich viel
Eine Straße, einen Baum und gar ein Haus

Vor einer Tür blieb der Mensch stehen
und kramte nach dem Schlüssel
fand ihn und begann ihn im Schloss zu dreh’n
schon begrüßte das Brot ein Rüssel.

Das Hausschwein war sehr angetan
von diesem neuen Gast
und kam schon mit der Schnauze ran
das Hausschwein hatte Knast.

Doch Herrchen sagte mahnend: „Aus!
Das Brot wollen wir noch essen!“
und kramte das Brot zur Tüte raus
Das Schwein grunzte wie besessen.

Nun lag das Brot im Küchenschrank
und konnte nichts mehr sehen
und dachte an die Sonnenbank
sah seinen Traum im Wind verwehen

Sollte das das Ende sein?
War die Reise schon vorbei?
Da drang das Flutlicht plötzlich ein,
die Trauer war entzwei.

Der Mensch nahm langsam, mit Bedacht
das Brot nun aus dem Schranke.
Das Schwein den Vorfall überwacht,
und Brot dacht‘ fröhlich: „Danke!“

Die Neugier auf das neue Ziel
machte das Brot verrückt
und der Mensch sagte nicht viel,
hatte ein Messer nur gezückt.

So endete das Kastenbrot
geschnitten und beschmiert
und Kastenbrot, trotz aller Not
nie die Reiselust verliert.

Marlene Knoche Verfasst von:

Informatikerin mit Hang zur Kunst. - Theaterbegeistert, mag Katzen und Kaffee.

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